#1
dieses Licht
wie es bricht
ja ich fühle doch den Stich
den es macht
wenn du lachst
doch ich bin nicht aufgewacht
aus dem Traum
dieser Traum
voll gedankensturm ich schau
in dein Gesicht
seh das Licht
wie es bricht.
CM
thescription am 06. Dezember 13
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LOVE AND OTHER DRUGS
Es folgt nun:
Die psychologische Analyse.
Heutiges Objekt: Ein seltsamer Mann im Rb44 um 17:28 Uhr.
Ich saß wie gewohnt im Zug auf dem Weg nach Hause. Ich war erschöpft ob eines langen Schultages voller Prüfungen und Lernstoff. Ich war versunken in meine Musik und blickte nach draußen.
Gott sei dank war ich früh genug am Gleis gewesen und hatte somit einen Sitzplatz im ehemaligen Abteil der Ersten Klasse ergattert, welches nun aber auch für das gemeine Fußvolk seine Tore geöffnet hatte.
Für alle Nicht-Bahnexperten in diesem Zusammentreffen muss ich noch kurz einen Sachverhalt klären, welcher später noch von großer Wichtigkeit für unsere heldenhafte Protagonistin C. M. (sie möchte nicht erkannt werden und sich hinter einem Mantel des anonymen nicht-schweigens hüllen) wird. Aber ich schweife ab. Der Sachverhalt ist folgendermaßen:
In dem besagten ehemaligen Abteil der Ersten Klasse befinden sich linker und rechter Hand je ein Vierersitz. Dahinter ist je ein Zweiersitz jedoch mit einem großen Raum für die Füße, sodass die Zweiersitze insgesamt den Platz von einem Vierersitz einnehmen. Die Zweiersitze stehen zu den Vierersitzen gewandt, sodass ich, von meinem Platz in einem der Vierersitze, die Zweiersitze plus ihrer Fahrgäste gut überblicken konnte.
Es begab sich also nun an diesem kalten Herbsttag, dass der Zug im Römischen Theater einfuhr.
Eigentlich in meine Musik versunken schrak ich auf durch einen Mann, welcher sich durch den vollen Gang zu meinem Abteil zwängte. Hier stand noch keine Person im Gang, obgleich alle Sitzplätze belegt waren.
Ich wollte mich schon wieder den berauschenden Klängen meiner Kopfhörer zuwenden, als ich bemerkte, dass sich gegenüber von mir ein junger Mann aufrichtete und aufstand. Er hatte weder Gepäck noch andere Gegenstände bei sich und machte den Eindruck, als würde er sich nur kurz die Füße vertreten wollen.
Der Mann, welcher sich vorher ins Abteil gedrückt hatte, nahm den Platz des Mannes dankbar an, welcher sich nun in den Mittelgang stellte, wodurch ich ihn besser in Augenschein nehmen konnte.
Er hatte eigentlich eher abgetragene Klamotten an und machte keinen sehr vornehmen eindruck, doch an seiner Gürtelschlaufe hing ein Ausweis: db service.
Nun, sie werden sich nun sicher genauso wundern wie ich es tat. Wieso ist ein Angestellter der Deutschen Bahn so unelegant und un eloquent gekleidet? Und wieso steht er mitten in der Fahrt auf, obwohl er doch sicher noch viele weitere Stationen vor sich hat?
Nun, meine Neugierde war geweckt und ich war abgeneigt, der einfachen, genauso simplen wie plausiblen Begründung, ein Mitarbeiter wollte nur einem Fahrgast einen Sitzplatz anbieten, glauben zu schenken
Ich muss zugeben, kurz erfasste mich der Gedanke der Furcht ob einer möglichen Fahrkartenkontrolle, doch dann bemerkte ich SIE..
Eine blonde junge Frau bahnte sich den Weg in unser Abteil und blieb auf der Höhe unseres mysteriösen jungen Mannes stehen. Dies war nicht verwunderlich, er befand sich an der Stelle, wo die hilfreichen Haltegurte befestigt waren, und sie hielt sich an eben einem solchen nun fest doch etwas erweckte meine tiefenpsychologische Seite.
Es wäre nun vorhersagbar und warscheinlich gewesen, wenn unser mysteriöser Fremder nun einen kleinen Schritt nach hinten gemacht, und der frau somit etwas mehr Platz gelassen hätte. Doch ich wurde enttäuscht. Dies tat er nicht. Ja er stellte sich sogar noch näher zu der blonden Unbekannten, drehte sich jedoch von ihr weg zum Fenster und blickte auf den Rhein.
Und nun geschah etwas seltsames. Es schien als seinen die beiden doch anscheindend Fremden verbunden miteinander. Nicht nur, dass sie so nahe standen dass sich ihre Jacken an ihren Rücken zum Teil berührten, nein. Es war auch so, dass wenn der eine eine Bewegung machte, der andere es ebenfalls tat. Er drehte sich kurz nach links, sie tat es mit kurzer Verzögerung ebenfalls.
Eine gewisse Laudatorin hier wird von meinem Verkupplungsgespür eine leichte Ahnung haben und errraten, was ich sofort annahm. Es war, als sei es eine heimliche, vielleicht sogar noch nicht geklärte Liebesbeziehung.
Und dann näherte sich der Zug meinem Zielbahnhof.
Der Mann machte ein, zwei Schritte vorwärts und die Frau packte ebenfalls ihre Tasche zusammen. Auch ich packte meine Schulsachen zusammen, behielt den Mann jedoch immer noch scharf im Auge. Er drehte sich innerhalb von 1 Minute mindestens 3 mal um, in Richtung der Frau.. Und seine Hoffnungen schienen erfüllt.. auch sie machte anstalten, an der nächsten Haltestelle den Zug zu verlassen.
Ich stieg hinter dem Mann und vor der Frau aus, was der Grund dafür ist, dass ich das zweite Mysterium bemerkte. Vor der Zugtür standen zwei grobschlächtig gebaute Männer in ebenfalls nicht sehr formidabler Kleidung, und unser mysteriöser fremder schien sie zu kennen, da er sie grüßte und eine schnelle Bewegung machte. Ich konnte es nicht genau erkennen, es passierte zu schnell.
Und ach, was gräme ich mich heute noch dafür, nicht genauer aufgepasst zu haben, nicht noch ein bisschen genauer beobachtet zu haben. Klopfte er dem vorderen Mann auf die Schulter? Nahm er flink etwas von ihm an? Oder steckte er ihm flink etwas in die Pullovertasche? Tatsache ist, dass irgendetwas zwischen den beiden Männer passierte, denn plötzlich hatte unser mysteriöser Fremder einer Art.. ja ich denke es war eine Zigarettenschachtel in der Hand.
Er blickte sich kurz zum Zugführer um und ging dann vor dem Zug über die Gleise auf die andere Seite, plötzlich sehr eilig.
Nun stellte sich mir die frage, warum überquert ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn vorschriftswidrig die Gleise? Und dann noch wenn ein Zugführer ihn sehen kann? Die andere Frage lautet: woher hat er plötzlich die Zigarettenschachtel? Aus seiner Hosentasche? Mag sein, doch selbst wenn es seine eigene waren, warum holte er sie direkt als er aus dem Zug ausstieg raus?
Nun, mag sein dass er ein so starker Raucher war, dass er direkt eine Zigarette brauchte, doch das mysteriöse ist, er zündete sich keine Zigarette an.
Er ging nun parallel zu mir und der fremden Blondine auf der anderen Seite der Gleise entlang und er blickte sich noch ein paar mal um, wobei er nicht weit hinter mich guckte, wo die Blondine lang lief. Aber während der gesamten Zeit, die ich ihn noch im Blick hatte rührte er das kleine Päckchen in seiner linken Hand nicht an...
Nun, ist er nun ein armer, hoffnungsloser junger Mann voller unerwiderter Liebe für eine junge Frau? Oder doch ein eiskalter Drogenkurier? Oder vielleicht beides?
Und die viel größere und wichtigere Frage:
werden wir es je erfahren...?
thescription am 06. Dezember 13
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